10. Oktober 2021 – Beide Auftaktspiele der Saison 2021/22 gewonnen

VfR Merzhausen – TSV Alemannia Freiburg-Zähringen 1 [ 3:1]

Mit einer stark reduzierten Mannschaft haben wir also den ersten Spieltag bestritten. Zum Spiel gegen Zähringen waren wir gerade mal zu siebt. Und so stellte sich die Frage, ob wir wirklich mit mir als Libero in die Mannschaftsaufstellung gehen oder einen weiteren Außenangreifer nominieren sollten, zumal einer unserer Hauptangreifer mit einer Verletzung an der Leiste wahrscheinlich nicht voll durchspielen konnte. Ich weiß am Ende nicht mehr, ob es seine selbstbewusste Entscheidung war „das klappt schon“ oder meine Anprobe des verbliebenen Trikotsatzes (es war nur noch was in Größe XXXXXL da) und Präsentation in der Halle mit anschließendem Gelächter. Wir sind dann doch mit mir als Libero angetreten.

Die ausgesprochene Devise für den Spieltag war den auch schnell gefunden.

  1. Wir spielen und wenn es mit dieser Konstellation nicht laufen sollte, dann haben wir wenigsten Spaß am Spiel.
  2. Ein Ergänzung zu unserem Spruch „Wir haben Bock“ war aus dem „körperlichen Leid“ einiger unserer Spieler entstanden: „Ibu-Flan“ (wenn ich es richtig verstanden hatte). Anscheinend waren doch einige sehr angeschlagen. Aber diese Spruchkombination hat uns über die beiden Spiele quasi hinweggetragen.

Der erste Satz war wie erwartet ein Kopf an Kopf rennen. Beide Mannschaften wollten keine Fehler machen. Beide loteten die neuen und altbekannten Spieler aus. Und so war es nicht verwunderlich, dass es gegen Ende des Satzes sehr eng zuging. Mit einem Kraftakt konnten wir den ersten Satz dann aber doch mit 26:24 für uns entscheiden. Was für ein Auftakt und gute Laune bringender erster Satz, dank „Ibu-Flan“.

Aber, und ich weiß nicht wie oft ich letztes Jahr dieses „aber“ für den zweiten Satz eines Spieles benutzen musste. Wir konnten wieder nicht unsere Leistung vom ersten Satz Abrufen, begingen viele Eigenfehler und bauten den Gegner eigentlich nur auf. Der fand mehr und mehr Vertrauen zu sich selbst und setzte uns damit immer wieder unter Druck. Punkten hinterher zu rennen ist immer schlecht und kostet neben dem eigentlichen Ziel erst mal selbst wieder Kontrolle über das Spiel zu bekommen, sehr viel Kraft. Diese Kraft und Konzentration hatte uns dann gefehlt den Satz für uns zu entscheiden. So ging dieser verdient mit 18:25 an Zähringen. Wenn auch nicht nur auf Grund deren Leistung, sondern vor allem auch auf Basis unserer „Mithilfe“.

Den dritten und vierten Satz konnten wir dann aber wieder für uns entscheiden. Jeweils mit 25:17 und 25:19. Trotz eines Rückstandes im dritten, konnten wir diesen schnell wieder wett machen und die Zügel selbst in die Hand nehmen. Im vierten Satz waren wir eigentlich nie im Rückstand und gewannen am souverän den Satz und damit am Ende unser erstes Spiel der LaLi-Saison 2021/22.

Was sich schon in diesem Spiel abzeichnete und dann auch im Spiel gegen Zähringen, waren ein paar entscheidende Vorteile, die wir in der Lage waren abzurufen und zu unseren Gunsten zu nutzen:

  1. Druckvolle Aufschläge
  2. Saubere Blockarbeit
  3. Blocktiming
  4. Vertrauen in unsere “Youngster”, die nur so aus sich herausgewachsen und einen Punkt nach dem anderen gesichert hatten.
  5. Vertrauen ins “Alter”, denn man kann auch im fortgeschrittenen Alter Volleyball spielen (einen riesen DANK an Wolli an dieser Stelle für seinen unermüdlichen und erfolgreichen Einsatz!!!).
  6. Als Libero geschickt auf Line stehen und sich abschießen lassen.

VfR Merzhausen –TV Staufen 1 [3:2]

Das zweite Spiel gegen Staufen im Tie-Break gewonnen

Mit dem Erfolg eines ersten Sieges im Rücken (aber auch mit Schmerzen im selbigen) ging es dann gegen Staufen ran. Wir wussten von letztem Jahr, dass Spiele gegen Zähringen und Staufen eigentlich immer lange gehen. Also meistens im Tie-Break enden. So war es denn auch mit Staufen wieder der Fall.

Wow, der Auftakt des Spiels war erst mal eine harte Prüfung für uns. Hatte uns das Spiel gegen Zähringen doch auch schon viel Kraft gekostet. Die ersten beiden Sätze gegen Staufen gingen dann auch prompt, wenn auch knapp mit jeweils 23:25, verloren. Eigentlich eine fast hoffnungslose Situation. Letztes Jahr hatten wir gegen den damaligen Aufsteiger Staufen auch den ersten Satz knapp mit 25:27 verloren. Den zweiten konnten wir aber danach für uns entscheiden, was denn auch eine bessere Ausgangssituation gewesen war.

Doch dieses Jahr musste schon allein wegen den ersten beiden verlorenen Sätze alles anders laufen. Und tatsächlich konnten wir auch durch Tonis super Coaching und ihre ruhige Art während des Spielverlaufes zu kommentieren „das gefällt mir“ und „ihr macht das gut“ den Spielverlauf drehen. Die oben erwähnten Grundsätze konnten wir in die Tat umsetzen und auch der Spielwitz und die Freude war wieder da. Wir spürten da geht was. Und was kann schöner sein, als der kochenden uns zujubelnden Halle zu zeigen, dass wir noch da waren.

Von oben kamen Gesänge „Mir geht es gut, mir geht’s so gut“. Ja es ging uns gut da unten auf dem Feld und wir konnten dem durch CORONA auf Volleyball-Entzug leidenden Publikum eine wahnsinnige Aufholjagt bieten. Die Schmerzen vergessen, im Flow spielend, konnten wir so den dritten und vierten Satz mit 25:19 und 25:20 deutlich nach Hause fahren. Die Staufener waren etwas gelähmt von unserer unerwarteten Leistungssteigerung. Der Tie-Break musste also entscheiden.

Auch im Tie-Break konnten wir schnell einen 3-4 Punkte Abstand herstellen, den wir nicht mehr hergaben. Mit dem angenehmen Polster von fast 5 Punkten im Gepäck, warteten wir eigentlich noch auf die Fehler des Gegners. Dieser hatte uns dann mit 15:10 von unseren körperlichen und mentalen Schmerzen auf einen Schlag befreit. Was für ein Spieltag!

Fazit

Leider war der Spieltag auch von vielen Diskussionen mit dem Schiedsgericht durchzogen. Immer wieder kam es zu Spielunterbrechungen, Diskussionen über Aus oder nicht, die öfters in einem Doppelpunkt endeten. Auch hatte sich ein Zähringer Spieler bei seiner Landung am Sprunggelenk verletzt. Wir wünschen an dieser Stelle „GUTE BESSERUNG und vor allem schnelle Genesung!“.

Wir können auch anders. Einen Rückstand so souverän aufzuholen, mit einer so knapp bestückten Mannschaft, war schon eine tolle Leistung, die wir zurecht mit Flüssigem und Pizza noch lange vor Halle gefeiert hatten.